Terrarienbau-Dokumentation Terrarium für einen Pazifikwaran (Varanus indicus ssp.) DaHar.de Varanus indicus ssp. Pazifikwaran, kleine Variante (?), unbekannte Herkunft Auf den Waran gekommen... Schon seit Ende der 90er hatte ich mich immer wieder mit Waranen beschäftigt und Informationen aus Büchern in mir aufgesaugt. Auch der ein oder andere Plan im Kopf entstand, wurde aufgrund der Kosten und des nötigen Platzes zu diesem Zeitpunkt wieder verworfen. Immer wieder dachte ich daran diese Tiere zu halten, bis schließlich im Jahr 2009 Warane wieder ganz besonders mein Interesse weckten und zudem im Tropenhaus einige Pazifikwarane, Varanus indicus angeboten wurden. Leider ließ sich rekonstruieren woher genau die Tiere stammten (Wildfänge), denn die Tiere verfügen über ein riesiges Verbreitungsgebiet im indopazifischen Raum, in welchem sich die einzelnen Varianten massiv unterscheiden, ja sogar andere, z.T. unbeschriebene Arten sind. Auch die Größenunterschiede sind erheblich und können von 70 bis 150 cm Spanne liegen. Jedenfalls entschied ich mich für eines der Tiere. Mehrere wären vorerst aufgrund des zur Verfügung stehenden Raumes nicht möglich gewesen, man muss bei Waranen immer genügend Platzangebot haben, um die Tiere auch im Falle heftiger Streitereien trennen zu können. Mein Exemplar Als Indicus gekauft erwies es sich durch Hinweise in einem Internetform als vermutlich andere Art. Die dort angestoßene Art V. rainerguentheri zeigt zwar einige Ähnlichkeiten. Jedoch sind Kopf- wie Schnauzenform, Zungenfarbe und Schwanz nicht identisch mit meinem Tier. Auch ein Austausch mit wirklichen Kennern der Materie, wie Prof Böhme, Dr. A. Koch, Dr. T. Ziegler und Hr. Weijola konnte keine genauere Bestimmung erzielen. Deswegen wird er fortan als Varanus indicus ssp. (subspecies) bezeichnet. Wie bereits erwähnt, konnte der Fundort nicht mehr in Erfahrung gebracht werden. Bestimmungsfotos gibt es >>hier<< zu betrachten. Die Größe Wie bereits erwähnt gibt es im Indicus-Komplex erhebliche Größenunterschiede. Mein Tier lag beim Kauf im März 2009 bei ca. 35 cm, wovon 15 cm auf den Kopf-Rumpf entfielen. Jetzt im Nov. 2010, also 1,5 Jahr später hat er eine Gesamtlänge von 98 cm, bei einer Kopf-Rumpflänge von ungefähr 39 cm! Diese Grafik veranschaulicht das Wachstum. Wie zu sehen ist verlangsamt sich das Wachstum entsprechend. Das Gewicht lag übrigens bei Erreichen der 80 cm Gesamtlänge bei 660 g. Gewogen wird ansonsten bei mir nicht regelmäßig. Futter Insekten: Z.B. anfangs bei juveniler Größe große Heimchen, sonst Heuschrecken, selten Zophobas, Bienen-/Wachsmaden und was sich sonst so anbietet. Fisch, Krebse, Shrimps: Fischfilet von Zander, Wels, Seelachs, Rotbarsch usw. (frisch, in Portionen selbst gefroren; immer Fangfisch, nie aus Aquakulturen um Antibiotikafisch zu vermeiden), ganze Stinte, Forellenstücke mit allem drum und dran (große Gräten entfernen, kann zu bösen Verletzungen führen!), Sandgarnelen (Aquaristikbedarf), Mangroven-Tiger-Shrimps (Ökoanbau ohne Konservierungsstoffe), lebende selbst gezüchtete Marmokrebse, Miesmuscheln Fleisch und Geflügel: Pute, Hähnchen, (tiefgefrorene) Mäusebabys, Kükenteile Eier: Hühnereier; wegen Bakterienbildungsgefahr nicht als Ganzes im Terrarium, sondern gesamten Inhalt des Eies kurz in der Pfanne soweit verfestigt, dass es nicht mehr flüssig ist. Wachteleier o.ä. sollen auch sehr gut ganz funktionieren. Aktuell und im Bezug zur Dioxinverseuchung vieler Lebensmittel bestätigt mich einmal mehr der Kauf von BIO-Produkten für mein Tier. So wurden bei Bio-Eiern keine Futtermittel mit den dioxinbelasteten Stoffen verwendet. Hunde- und Katzenfutter sollte man generell meiden, wird es aber nur alle paar Wochen oder Monate ausnahmsweise (!) mal gereicht, spricht nichts dagegen. Mäuse und Küken, sollten meiner Meinung nach keinen allzu großen Anteil an der Ernährung ausmachen bei Pazifikwaranen. Die Liste könnte man sicher fortführen, wichtig ist, dass das Tier abwechslungsreich ernährt wird und nicht verfettet. Das Futter wird einmal wöchentlich mit Herpetal Complete T bestreut. Zusätzlich gibt es einmal wöchentlich Herpetal Multivit Vitamine und Sepia (Calcium) Terrarium, Wasser, Licht Das erste Jahr habe ich den Waran, dem wir übrigens den Namen Aru gegeben haben, in einem Terrarium mit den Maßen 150 x 80 x 100 cm aufgezogen. Zur Verfügung stand ein 70 x 30 x 12 cm Schwimmbecken, beleuchtet wurde mit 1 x 100 W, 1 x 50 W Spots und 1 x 70 W Bright Sun (UV-Licht). Mittlerweile ist er in ein mit viel Mühe selbst geplantes und gebautes Terrarium mit den nicht eben kleinen Maßen 220 x 80 x 180 cm gezogen! In diesem ist ein Aquarium zum Schwimmen in die Front integriert (150 L Volumen, 120 x 40 x 30 cm). Das Wasserbecken wird über einen Thermofilter gereinigt und beheizt. Die Wassertemperatur liegt konstant bei 27-28° C. Beleuchtet wird mit 3 HQI-Einbaustrahlern, jeweils mit 70 W Osram Powerballs bestückt. Hinzu kommt eine Solar Raptor mit 150 W (UV-Licht). Tags liegen die Temperaturen im unteren Bereich bei 24° C, im oberen Bereich herrschen bis zu 36° C (in heißen Sommern mehr), direkt unter der Solar Raptor natürlich noch mehr. Nachts sinken die Temperaturen auf bis zu 23° ab. Eine Beregnungsanlage ist ebenfalls installiert und berieselt das Terrarium 4-6 mal täglich für je 30 Sekunden mit feinstem Sprühwasser. Die Luftfeuchtigkeit liegt nachts bei über 80%, tags bei 60-70%. Des Weiteren ist ein Temperatur-Controller installiert, der zwei kleine Ventilatoren steuert und so bei Erreichen der gewünschten Werte warme Luft abführt. Verhalten Pazifikwarane gelten als relativ scheu und schreckhaft. Mein Tier bestätigt dies nicht. Nach dem Kauf benötigte er einige Wochen zur Eingewöhnung und gewann dann sehr schnell Vertrauen zu mir. So nahm er schnell Futter von der Pinzette und aus der Hand und erkundete sehr schnell freiwillig (auch ohne Futterlocken) die Arme und Schultern. Er ist mittlerweile sehr zutraulich und lässt sich problemlos händeln. Er kommt freiwillig, das heißt ohne Ködern mit Futter o.ä., zu mir. Auch sonst ist er ein relativ entspannter Waran. Unter Aufsicht (!) erhält er öfters Freilauf in der wohl klimatisierten Wohnung (min. 24-25°C, 60% rel. Luftf.). Hierbei wird neugierig alles erkundet. Geschlafen wird mal an der Rückwand, mal im Wasser, zusammengerollt in einer Korkröhre, mal eingegraben im Mulch. Viel Zeit wird mit dem Sonnenbad verbracht, aber auch agil geklettert und viel geschwommen und getaucht. Man sollte diesen Tieren also soviel Kletterraum (Äste!) und Schwimmraum wie möglich zur Verfügung stellen. In diesem Zusammenhang wird das jetzige Terrarium bei mir auch nicht das letzte für ihn sein...   Interessengemeinschaft Warane (Klick auf das Logo) ACHTUNG: Es gilt zu bedenken, dass viele Waranarten, auch wenn sie anfangs klein sind, sehr groß werden. Oft ist nicht genau prognostizierbar wie groß genau. Zudem gilt es beim Hantieren allzeit Vorsicht zu wahren. Die Tiere können durch Krallen, Schwanzschlag und Bisse starke Verletzungen verursachen. Man sollte sich sicher sein, die Tiere auch wirklich über 10-15 Jahre halten zu können! Zudem kommen durch Fütterung, Stromkosten für die Beleuchtung und auch potentielle Tierarztrechnungen erhebliche Summen zusammen! Man sollte sich über Pflegebedingungen, Ernährung und Supplementierung ausreichend informieren!! UPDATE FOLGT IN KÜRZE, DAS TIER IST GESUND & MUNTER & GUT GEWACHSEN