Terrarienbau-Dokumentation
Terrarium für einen
Pazifikwaran
(Varanus indicus ssp.)
DaHar.de
Aquaristik
Süßwasser - Zierfische, Garnelen, Krebse
Die Wasserwerte
Die Wasserwerte und ihre Bedeutung sowie Beeinflussungsmöglichkeiten zu
kennen ist absolut notwendig um langfristig ein gesundes Aquarium betreiben
zu können. Vor allem ist es viel leichter als es sich manch einer beim ersten
Informationsüberfluss vorstellt. Für alle diese Werte gibt es Tröpfentests,
abgesehen vom Leitwert, für diesen sollte ebenso wie für den pH-Wert am
besten ein elektronisches Meßgerät verwendet werden.
Temperatur:
Jedem wird einleuchten, Fische aus Gebirgsgewässern oder nördlicheren
Gefilden mögen es kühler, manche Fische aus tropischen Flüssen oder
Stehgewässern brauche hohe Temperaturen. Manche benötigen für ihre
Vitalität unter 20°C, manche Fische wie Diskus und einige L-Welse benötigen
Temperaturen von 30°C. Die meisten Zierfische fühlen sich bei 26°C recht wohl.
Hier muss man sich vor Anschaffung der Tiere informieren und sicherstellen,
dass geeignete Temperaturen das ganze Jahr gewährleistet werden können und
alle Beckenbewohner sich mit der gleichen Temperatur anfreunden können.
Natürlich gibt es einen Toleranzbereich der Tiere.
pH:
Er gibt an ob Wasser sauer (unter 7), neutral (7), oder alkalisch ist (über 7).
Viele Fische aus Südamerika benötigen saures Wasser mit z.B. 6,5, andere
afrikansiche Buntbarsche z.B. 7,5-8. Insgesamt gilt, dass die Toleranz hier bei
den meisten Arten relativ hoch ist. So werden pH-Werte von 7-8 von den
meisten vertragen. Beeinflussen lässt sich der pH-Wert durch Zugabe von Torf,
Seemandelbaumblättern, Erlenzapfen usw. Wichtig ist hierbei, dass die KH nicht
zu hoch sein darf, ansonsten klappt es mit dem Absenken des pH-Wertes nicht.
Auch CO²-Zugabe senkt den pH-Wert, dies darf aber nur bis zu einem gewissen
Grad geschen, ansonsten “vergast” man seine Fische! Um einen hohen pH-Wert
zu haben, braucht man meist nicht viel zu tun. Leitungswasser ist in
Deutschland von sich aus zumeist im alkalischen Bereich, ansonsten hilft eine
gute Durchlüftung, so dass CO² ausgetrieben wird.
GH (d°):
Die Gesamthärte gibt an wieviele Mineralien im Wasser befindlich sind
(insbesondere Magnesium und Calcium). Wasser mit einer GH unter 8°d wird
oft als weich bezeichnet, zwischen 8° und 12° als mittelhart und darüber als
hart. Weichwasserfische (bspw. Südamerika) vertragen oft keine zu hohe GH,
andersherum gibt es Arten die eine hohe GH brauchen (Malawisee).
Viele gängige Arten haben hier eine Toleranz, dieser wert ist dennoch essentiell
für die Wahl des Besatzes und entsprechend sollte man sich über die Ansprüche
der Fische diesbezüglich informieren.
Wie senkt man die GH? Hierzu eignet sich ein Ionenaustauscher wie auch eine
Osmoseanlage. Letztere empfinde ich als einfacher zu handhaben. Sie wird an
einen Waschmaschinenanschluss angeschlossen, profitiert vom Leitungsdruck
und erzeugt durch eine feine Membran 98% reines Wasser, d.h. Wasser mit
einer GH <1°d. Dieses Wasser kann man nach Belieben mit Leitungswasser
vermischen. Zur Erhöhung der GH gibt es spezielle Tabletten im Zoofachhandel,
falls man sich hierzu nicht des Leitungswassers bedienen will.
KH (d°):
Die Karbonathärte ist ein Bestandteil der Gesamthärte und wird ebenfalls
angegeben in °d. Sie ist besonders wichtig für den pH-Wert, sie puffert diesen
nämlich ab. So kann es bei einer sehr niedrigen KH gefährlich werden, wenn die
Beckenhygiene vernachlässigt wird, stürzt der pH Wert auf 3-4 ab und die
Fische sterben schlagartig. Andererseits mögen viele Fische keine zu hohe KH,
zudem lässt sich der pH-Wert nur der KH entsprechend absenken. Man sollte
also hier nur rumdrehen, wenn man den pH-Wert und die Härte den Fischen
zuliebe ändern möchte bzw. muss. Dabei sollte man sicherheitshalber nicht
unter eine KH von 3°d gehen. Sie wird wie die GH z.B. mittels Osmoseanlage
und anschließendem Mischen des Wassers gesenkt. Erhöht werden
kann sie aber ebenfalls auch mit im Zoofachhandel erhältlichen Tabletten.
NO²:
Der NO²-Wert bezeichnet Nitrit. Nitrit ist der Hauptgrund, warum man sein
Aquarium nicht gleich nach dem Einrichten mit Fischen voll besetzen kann oder
sollte. Es ist für Fische giftig. Das NO² raubt den Fischen O² (Sauerstoff) aus
ihrer Blutbahn und schädigt somit zumindest Organe, führt aber auch schnell
zum Tod. Er ist beim Einfahren des Aquarium unbedingt im Auge zu behalten!
Am Besten Senken lässt er sich durch Wasserwechsel, Mittelchen sind hier eher
fehl am Platze. Entstehen tut es hauptsächlich durch die Abfallprodukte der
Fische (Kot, Reste), und übriges Futter. Je länger das Aquarium läuft, desto
mehr Bakterien sind im Boden und Filter vorhanden, die entstehendes NO²
abbauen.
NO³:
NO³ ist die Formel für Nitrat. Es ist das, was dank der Filterbakterien aus Nitrit
entsteht. Es ist im Gegensatz zu Nitrit nicht giftig. Allerdings sind allzu hohe
Konzentrationen für die Fische auch nicht optimal und erzeugen starkes
Algenwachstum. Helfen tut vor allem regelmäßig Wasserwechseln, wobei das
Wechsel- bzw. Leitungswasser sicherheitshalber auch auf seinen Nitratgehalt
getestet werden sollte. Welcher Wert problematisch ist, ist zum einen umstritten
und zum anderen auch von den Fischen abhängig. Viele empfindliche Fische
und vor allem Jungfische (!) sollten einen Nitratwert von maximal 20 mg/l
vorfinden. Viele Fische beeinträchtigen aber auch Werte bis 50 mg/l
anscheinend nicht.
Letztendlich ist ein Wert von 10 mg/l mit 1-2 wöchigen Wasserwechseln
problemlos zu realisieren, vorausgesetzt das Leitungswasser ist “sauber” (nahe
0 mg/l). Ist der Wert zu hoch, obwohl das Leitungswasser “sauber” ist, füttert
man wahrscheinlich zu viel und/ oder hat einen zu starken Fischbesatz in
seinem Aquarium. Guter Aquariendünger enthält kein NO³. Aquarienpflanzen
verbrauchen im Übrigen Nitrat, d.h. sie benötigen es im Wasser für ihr
Wachstum, bauen es aber auch ab.
PO4:
Der Phosphatwert sollte unter 0,5 mg/l liegen. Hier können sonst unter
Umständen Mittelchen hilfreich sein. Diese gibt es in Form von Filtermaterial
aber auch in Flüssigform. Steigt der PO4-Wert übermäßig, wird zuviel gefüttert,
es wird durch Trocken- wie schlecht durchspültes Frostfutter eingetragen. Guter
Aquariendünger enthält kein Phosphat. Auswirken tut sich ein hoher PO4 Wert
vor allem durch starken Algenwuchs. Auch hier sind regelmäßige
Wasserwechsel und gesunder Pflanzenwuchs hilfreich.
O²:
Sauerstoff ist normalerweise genügend im Aquarium vorhanden.
Sauerstoffhungrige Fische, aus schnellfließenden Gewässern, aber auch z.B.
Kugelfische bedürfen u.U. besonderer Aufmerksamkeit. Eine gute
Oberflächenströmung (Filterauslauf unter Wasser, aber auf die
Wasseroberfläche gerichtet, so dass sich diese bewegt) und ein Verzicht auf zu
starke CO²-Zufuhr sind zu empfehlen. Eine Luftsprudelstein, Oxydatoren o.ä.
sind zumeist nicht notwendig.
CO²:
Kohlendioxid wird von den Pflanzen benötigt und säuert das Wasser an (senkt
also den pH-Wert). Es kann zu hoch dosiert aber auch Fischen schaden. In den
meisten Aquarien ist der CO²-Wert für anspruchsvolle Pflanzen zu niedrig, so
dass man eine CO²-Anlage mit Druckgasflasche anschließen kann. Der CO²-
Wert sollte den Fischen zuliebe nicht zu weit über 20 mg/l getrieben werden.
CU:
Kupfer, CU, ist für mich der Hauptgrund immer Wasseraufbereiter zu nutzen,
der von vielen heute als überflüssig abgetan wird. Doch das stimmt so nicht.
Zum einen reagieren viele Fische empfindlich auf frisches Leitungswasser,
insbesondere Wirbellose wie Garnelen und Schnecken reagieren extrem
empfindlich auf Kupfer. Kupfer wird häufig aus den Wasserleitungen
mitgetragen, die aus Kupfer bestehen. Wasseraufbereiter macht also wegen
Schwermetallen wie Kupfer Sinn, aber auch zum zweiten wegen des
unterschiedlich konzentriert vorhandenem Chlor.
NH³
Ammoniak ist giftig. Es entsteht durch zu starke Fütterung und Stoffwechsel der
Tiere, ohne das Bakterien vorhanden sind, die Ammoniak abbauen. Diese
Bakterien entstehen im Aquarium recht schnell. Im Gegensatz zu Nitrit tötet
Ammoniak allerdings auch Wirbellose. Ammoniak ist an den pH-Wert
gebunden. Je höher der pH-Wert, desto mehr Ammoniak statt Ammonium ist
vorhanden. Bei pH-Werten unter 7 liegt fast nur harmloseres Ammonium vor, ab
einem pH-Wert von 7,5 bis 8 wird es gefährlich und es liegt immer mehr
Ammoniak vor.
NH4+:
Ammonium ist bedeutend weniger gefährlich als Ammoniak und liegt statt
diesem bei niedrigen pH-Werten ausschließlich vor. In einem gesunden
Aquarium mit nicht zu starkem Besatz, nicht zu starker Fütterung, einem
funktionierenden Filter, Pflanzen und regelmäßigen Wasserwechseln sind
Ammoniak wie Ammonium so gut wie nicht vorhanden.
FE:
Eisen ist wichtig für ein gesundes Pflanzenwachstum. Zuviel kann - wie bei fast
allem - schädlich für Garnelen wie Fische sein. Eisen ist in gutem Voll- und
Tagesdünger enthalten und bei empfohlener Dosierung bestehen nur selten
Bedenken. Eisen wird umso mehr verbraucht, desto mehr Pflanzen vorhanden
sind, desto mehr Licht strahlt und desto stärker die Filterung ist.
Leitfähigkeit:
Die Leitfähigkeit kann einem helfen, festzustellen, wann ein Wasserwechsel
oder eine Düngung anstehen. GH, KH, aber auch NO³, Salz u.v.m. erhöhen die
elektrische Leitfähigkeit. Der Wert kann einem beim Wassermischen helfen. Hat
das Osmosewasser z.B. 60 µS/cm, das Leitungswasser 500 µS/cm kann man
das immer gleichbleibende Mischverhältnis z.B. dadurch sicherstellen, dass man
das Mischwasser misst, bis man, in meinem Fall je nach Aquarium, 220-300
µS/cm erreicht um z.B. die gewünschte Härte zu erreichen.
Im Aquarium kann man beobachten wie der Leitwert nach und nach ein wenig
hochgeht und kann dann entsprechend Wasserwechsel machen. Insbesondere
bei der Aufzucht von Jungfischen kann diese Methode ein gutes Warnindiz sein.
Sinkt der Leitwert kann das z.B. auf ein hohen Nährstoffverbrauch der Pflanzen
hinweisen, der eine Nachdüngung erforderlich macht.
Dokus:
Aufzucht Apistogramma borelli
(Borellis Zwergbuntbarsch)
Aufzucht Corydoras paleatus
(Marmorierter Panzerwels)
Aufzucht Carinotetraodon
travancoricus (Zwergkugelfisch)
Tipps und Tricks:
Das Einrichten und Einfahren eines
Aquariums
Die Wasserwerte
Technik: Beleuchtung, Filter,
Heizung ...
Der Wasserwechsel