Apistogramma borelli - Nachzucht 2010

Seit längerem wollte ich wieder eine kleine Gruppe Apistogramma-Zwergbuntbarsche in meinem 300 L Becken haben. Als ich dann im Laden einige A. borelli erspähte, die ich vor einigen Jahren schon mal hielt, schlug ich zu und nahm 5 Tiere mit, 2 Männchen und 3 Weibchen.

Ein Männchen frisch nach der Ankunft.

Hier das Zuchtmännchen nach einigen Wochen Eingewöhnung und etwas gewachsen:

 

Eines der Weibchen:

Während bei meiner letzten Haltung vor einigen Jahren die Borelli-Damen zwar regelmäßig brüteten, aber leider aus den Gelegen nichts wurde, hatte ich dieses mal mehr Erfolg:

Wenige Wochen nach dem Einsetzen brütete bereits das erste Weibchen in einer L-Wels-Tonröhrenhöhle.

Mittlerweile betreut auch ein zweites Weibchen sein Gelege.

Die Wasserwerte sehen wie folgt aus: KH 5°, GH 6°, pH 6,9, Temp. 27°C (und drüber), Leitwert bei 320.

Ich ließ der Mutter einige Jungfische im Becken zur weiteren Aufzucht und setzte einen Schwarm Jungfische separat in ein Aufzuchtbecken.

Larven direkt nach dem Absaugen mit einem 4 mm Schlauch:

Frisch geschlüpftes Artemia wird ziemlich kurz nach dem Freischwimmen bereits genommen und 3 mal täglich gegeben.

Anfangs von ca 40-50 Jungfischen im Elternbecken ca 35 Tiere abgesaugt, hier im Auffangbehälter:

Die Mutter kümmert sich sehr fürsorglich um die Jungfische, ich entschied mich allerdings für das Absaugen eines Großteils, da der Feinddruck im Elternbecken doch recht groß ist und ich gerne einige Junge sicher durchbringen möchte.

Die Mutter nimmt die Kleinen ins Maul, wenn sie sich zu weit entfernen und führt sie gezielt herum. Bei zu großer Gefahr werden ihre Jungen in die Schlupfhöhle zurück gebracht.

Jungfische, die bei der Mutter verblieben sind:

Jungfisch(e) mit wenigen Tagen (nach dem Freischwimmen):

 

Leider verlor ich nach dem Einsetzen in das 54 L Aufzuchtbecken (mit 15 W Beleuchtung, kleinem Innenfilter und Heizstab) einige Jungfische durch den Filter.

Dieser war zwar mit Filtermaterial außen herum gegen Einsaugen der Jungfische gesichert, jedoch erwies das Material sich als zu grob, die Kleinen als zu filigran. Dennoch verblieb glücklicherweise ein Dutzend Jungfische und ich schützte den Filtereinlauf sofort durch ein sehr feinmaschiges Schutznetz.

Jungfisch mit Artemia-Bäuchen, verstecken sich gerne im Javamoos unter einer Holzwurzel und unter einem Moosball:

 

Die Jungfische wachsen bei zwei bis anfangs dreimal täglicher Fütterung mit Artemia sehr gut heran.

Wasser wird alle 1-2 Tage gewechselt, zu 40-50%. Das Wechselwasser besteht aus 50 % Osmosewasser und 50 % Leitungswasser, so dass sich eine Härte von ca 5-6° GH einstellt und der Leitwert bei 265-280 liegt. Die Temperatur liegt raumbedingt bei min. 26°, im Laufe des Tages bei über 27°C.

Das Aufzuchtbecken in der Gesamtansicht:

Jungfisch nach ca 2 Wochen (nach dem Freischwimmen) frontal:

Man erkennt bereits ausgeprägte Flossen und eine Apistogramma-typische Form.

Nach 2 Wochen wurden auch bereits zerkleinerte Enchyträen gegeben und wie man sieht gefressen. Man merkt allerdings, dass die Jungfische einen Augenblick brauchen um neues Futter als solches zu identifizieren und sich daran zu gewöhnen.

Kontrastreiches Jungtier:

Abgesehen von den Verlusten durch den anfangs unzureichend gesicherten Filter gab es keine weiteren Verluste.

Die Jungfische im Elternbecken verschwinden leider immer binnen weniger Tage.

Gruppenfoto am Morgen, die Kleinen liegen nun alle rund bei einem cm Länge:

 

Jungtier mit 3 Wochen (nach dem Freischwimmen):

Nach 6 Wochen:

Mittlerweile wird auch zerriebenes Trockenfutter genommen, Artemia bekommt aber noch klar den Vorzug und wird weiterhin zweimal täglich ins Becken gegeben.

Die Jungtiere entwickeln sich sehr gut. Gefüttert wird immer noch mit frischen Artemia, aber auch mit kleinen Wasserflöhen (lebend), Cyclops (gefroren), Trockenfutter (klein geriebenem Dupla Rin).

Die Gruppe von rund 12 Tieren ist häufig zusammen oder in kleinen Gruppen unterwegs.

Vereinzelt kommt es schon zu kleinen Rangelein, die aber noch völlig harmlos sind.

Zeichnung, Flossen und Schwimmverhalten erinnern schon sehr an die Eltern.

Die Tiere sind auch bedeutend schwimmfreudiger geworden und durch die Körpergröße (~15 mm Länge) in der Lage auch in der direkten Strömung nach Futter zu jagen.

Das Wachstum der kleinen Apistogramma borelli grafisch dargestellt, vertikale Achse (links) Größe in mm, horizontale Achse (unten) Tage nach dem Freischwimmen.

Im Alter von nunmehr 8 Wochen (nach dem Freischwimmen) sind die Tiere kräftig gewachsen, merklich weniger ängstlich, so dass sie nicht mehr flüchten bei Bewegungen vor dem Aquarium sondern gar neugierig ankommen und zudem stellt sich eine sehr schöne Färbung ein.

So etwas ein schönes blau im Kiemenbereich (Weibchen?)

Das Aufzuchtaquarium zur Zeit

Des Weiteren bekommen die Fische gelbe Bereiche am Kopf sowie gelbe Flossen (Männchen?)

Auch im Elternbecken bei der Mutter ist mal wieder ein Jungfischschwarm, dessen Fotos ich niemandem vorenthalten möchte:

Die Jungfische bleiben immer dicht bei der Mutter, die aufopfernd aufpasst. Von Gegenständen und Blättern sowie Algen werden Kleinstlebewesen gefressen.

Die Mutter zur Zeit:

Der Vater in voller Pracht:

Nun, Ende August sind die Tiere bald 4 Monate alt und haben eine Größe von 2,5-3 cm. Sie ähneln ihren Eltern immer mehr und nehmen auch die gleiche Nahrung zu sich (Wasserflöhe lebend, weiße Mückenlarven lebend, schwarze und rote Mückenlarven gefroren, Cyclops gefroren, Trockenfuttergranulat, u.v.m.). Auch das Geschlechterverhältnis scheint mit nahezu 1:1 ausgewogen zu sein! Trotz recht hoher Temperaturen über den Sommer (26-29°C) und hohem pH-Wertes von 7-7,5.

Ende September: Die Tiere sind sehr prächtig, lassen sich deutlich unterscheiden im Geschlecht und beginnen bereits territorial zu werden. Da die Geschwister bisher aber zusammen in dem Becken aufgewachsen sind, geht es noch friedlich zu.

Ende November 2010: Lange ist das letzte Update her, die Jungtiere waren ja auch bereits gut heran gewachsen.Aktuell haben die Nachzuchttiere aus Mai 2010

nun selbst Nachwuchs. Das erfreuliche, obwohl aufgrund der Umstände die Jungfische getrennt von der Mutter groß gezogen wurden, betreiben die Tiere der

Mai-NZ selbst hervorragende Brutpflege. Die Eier wie Larven wurden bewacht, die Schlupfrate war sehr hoch, auch die frei schwimmenden Jungfische werden

aufmerksam bewacht und verteidigt. Sie wachsen bei ihrer Mutter auf.

Wer noch Interesse an Tieren hat: Selbstabholer HH Nord für 5,- € Schutzgebühr je Tier (Tiere aus Mai wie auch weitere)