Nachzucht des Zwergkugelfisches - Carinotetraodon travancoricus (2011 )

 

Nachdem ich bereits einige Jahre ein Pärchen Zwergkugelfische (auch "Erbsen" genannt") gehalten habe, das Weibchen aber vor wenigen Monaten verstarb, wollte ich dieses Mal eine ganze Gruppe Carinotetraodon travancoricus erwerben und zusammenhalten.

So nahm ich vier Jungtiere vom Aquarium Tonndorf mit. Häufig sind gerade die jungen Zwergkugelfische im Fachhandel (oder auch Nichtfachhandel...) in bescheidenem Zustand. Diese Tiere machten alle samt einen recht guten Eindruck, es sollten 2 Männchen und 2 Weibchen sein, die sich aber nun als 3 Männchen und 1 Weibchen herausstellten.

Entsprechend wurde die Gruppe mittlerweile um zwei Weibchen aufgestockt, so dass es nun insgesamt 3 Männchen und 3 Weibchen sind. Diese Gruppe schwimmt nun in einem gut strukturiertem 300 L Becken.

Die ersten Wochen verbrachten die 4 Jungtiere jedoch in einem 54 L Aquarium, das stark bepflanzt ist, sehr viel Javamoos am Boden hat. Die Werte liegen ungefähr wie folgt: Temperatur bei 26-27°C, 5°dGH, 4°KH, pH über 7, Nitrat <10 mg/l, Leitwert bei 300-350.

Die vier Jungtiere im 54 L Becken lebten sich schnell ein, fraßen eifrig Cyclops, Wasserflöhe, Weiße und Rote Mückenlarven (letzere auch gefroren) und
natürlich kleine Posthorn- und Blasenschnecken. Nach einigen Wochen setze ich sie wie erwähnt unter Aufstockung um zwei weitere Tiere in ein 300 L
Becken um. Im 54 L Becken leben Red Fire Garnelen, die übrigens bisher von allen Zwergkugelfischen unangetastet blieben!

 

So kam es, dass bei einem Wasserwechsel eine kleine Kugel gegen den Einsauger anschwamm. Ein Jungfisch!!! Dieser konnte natürlich nur von den eigentlich noch recht jungen Zwergkugelfischen sein. Diese schienen in den wenigen Wochen bei mir schnell reif geworden zu sein und dank guter Lebendfütterung Laich gebildet zu haben. Insgesamt fand ich einige Jungfische, die der Größe nach aus zwei Gelegen sein mussten.

Leider konnte ich die Jungfische nicht für Artemia, Cyclops o.ä. erwärmen. Sie fraßen die zum Glück reichlich vorhandenen Mikroorganismen, vor allem kleine weiße Tierchen, die im Moos und auf Blättern, die sich durch das einige Tage unbesetzte Aquarium reichlich entwickelt hatten.

Lt. Angaben aus einigen anderen Berichten dauert es bis zum Schlupf der Larven knapp 5 Tage bei 27°C, die Larven beginnen dann nach wenigen Tagen wie üblich mit dem Freischwimmen. Teilweise betreiben die Tiere wohl Brutpflege, eine solche konnte ich nicht beobachten, habe aber vielleicht auch zu wenig darauf geachtet.

Somit hatte ich eine Menge Glück: Gut konditionierte Elterntiere, die schnell Gelege absetzen, das zufällige Umquartieren der Elterntiere in ein anderes Becken, die Bildung von genügend Kleinstlebewesen... Und auch das Osmosewassergemisch dürfte seinen Teil beigetragen haben (Weiches Wasser entspricht dem natürlichen Habitat!)

 

Mehrfach habe ich von Massensterben bei den Jungfischen gelesen. Dies konnte ich bei meiner überschaubaren Anzahl Jungfische (5?) nicht feststellen. Die Jungfische scheinen hohe Anforderungen an die Wasserqualität und Hygiene zu stellen. In meinem Fall war das durch ein gut bepflanztes, mit Garnelen besetztes Aquarium gewährleistet. Aufgrund der Jungfische wechsel ich mindestens 2 mal wöchentlich Wasser (50:50 Osmosewasser: Hamburger Leitungswasser).

Artemia wurden wie gesagt die ersten Wochen überhaupt nicht genommen, auch die extra organisierten Mikrowürmer konnte ich nicht im Maul der Kleinen verschwinden sehen.
Glücklicherweise fanden die Tiere genug Mikroorganismen (und Schneckengelege, die wohl auch gefressen werden...) vor. Erst nach rund drei Wochen kann ich die Tiere jetzt beim Fressen von Artemia-Nauplien und Mikrowürmern beobachten.

Die Tiere wachsen enorm schnell, bekommen schnell eine gute Tarnzeichnung, bewegen sich und jagen genau wie ihre Eltern.

Ich werde mit der noch sehr jungen Elterntier-Gruppe weitere Nachzuchtversuche unternehmen!


Allgemeines zum Zwergkugelfisch: