Corydoras paleatus - Aufzucht 2011

Nachdem meine Corydoras paleatus mittlerweile mehrmals im Gesellschaftsaquarium abgelaicht haben, wollte ich mal einige Eier retten
und Tiere großziehen. Das Weibchen mittig an der Größe deutlichst zu erkennen. Die anderen drei sind Männchen und sichtlich
schlanker und kleiner.

Die Temperatur hatte ich einige Tage zuvor von 27,5 auf 26°C gesenkt, zudem wird immer mit viel Mückenlarven, aber auch Tubifex und Enchyträen
zwischendurch gefüttert.

Am 31.1. war's es dann soweit: Die Tiere begannen eifrig durch das Becken zu schwimmen, meist 3-4 Männchen hinter einem Weibchen her.
Zum Teil kam es dann zu der typischen Paarung: Weibchen und Männchen stellen sich so aneinander, dass sie wie ein „T“ stehen. Das Weibchen
hängt mir ihren Barteln an der Afterflosse des Männchens 8dazu gibt es verschiedene Theorien). Kurz darauf hat das Weibchen mehrere Eier zwischen
ihren Afterflossen und schwimmt einen Augenblick mit diesen herum. In meinem Fall wurden die meisten Eier in Javamoos-Ansammlungen sowie an
Filterrohr u.ä. Gegenstände geheftet. Allerdings wurden etliche unerreichbar im Wasserpflanzendschungel abgesetzt. Zudem waren u.a. die Roten
Neons sofort zur Stelle.
Entsprechend konnte ich nur ein gutes Dutzend Eier retten, viel mehr wollte ich jedoch auch nicht für’s erste…

Die Sterbais waren ebenfalls durch die im Wasser befindlichen Hormone der Paleatus sichtlich aufgeregt, bei diesen kam es erwartungsgemäß jedoch
nicht zu Paarungen.

Die Eier wurden in ein 1-L Gefäß verbracht. Dieser wurde in einen Eimer gestellt, der als Wasserbad diente. Ein Heizstab brachte die Temperatur auf
26°C, in das 1-L Gefäß wurde ein Belüftungsausströmer gehängt und gut Methylenblau zugegeben, um Verpilzungen vorzubeugen.

Täglich tauschte ich das Wasser gegen frisches aus dem Elternbecken aus und versetzte es neu mit Methylenblau.

Am 5.2. waren dann morgens 11 Larven geschlüpft, also so ziemlich alle Eier waren befruchtet und sind heil geblieben. In den Behälter gab es etwas
Javamoos für die Larven.
Ab dem 6.2. fing ich an mit frischen Artemia-Nauplien zu füttern. Gefüttert wurde und wird 3mal täglich, der Wasserwechsel erfolgte jeweils wenige
Stunden später, um Reste zu entfernen. Es wurde nur Wasser aus dem Elternbecken verwendet. Auch wurde nach dem Schlupf natürlich kein
Methylenblau mehr benutzt.


Zusätzlich füttere ich zerriebene Spirulinaflocken, Dupla Rin S, gefrorene Cyclops und natürlich immer reichlich Artemia. Dass diese gefressen wurde,
war schnell an den kleinen roten Bäuchen der Paleatus zu erkennen.

Die Kleinen verblieben rund eine Woche nach dem Schlupf noch in dem 1-L Behälter, um zu gewährleisten, dass sie genügend Fressen abbekommen.
3mal täglich Fütterung, 3mal täglich Wasserwechsel.

Am 13.2., also grob eine Woche nach dem Schlupf zogen die Kleinen in ein 30x30 cm Aquarium, das ca 12 cm hoch mit Wasser befüllt ist.
Der Boden ist ganz leicht mit Sand bedeckt (aus dem Elternbecken), ebenso aus dem Elternbecken kamen einige kleine Kokosnussstücke, ein
Blumentopf, Javamoos und Stücke eines Moosballs hinein.
Ein 25 W Heizstab sorgt für knapp über 26°C, ein kleiner Filter läuft mit, der durch einen übergezogenen Damenstrumpf gegen Einsaugen von
Jungtieren geschützt wurde.
Zudem hängt ein Belüftungsausströmer für gute Sauerstoffversorgung im Becken.

Fütterung weiterhin 3mal täglich mit Artemia, weniger mit Dupla Rin S, Spirulina zerrieben und Cyclops. Wasser wird 2-3 mal täglich mit dem
Elternbecken ausgetauscht, jeweils so 3-5 L. Zudem befindet sich ein kleines Säckchen Torf im Aufzuchtbecken.

Gestorben sind bisher nur zwei Tiere: Eines im 30cm Aquarium und eines, das im Wachstum zurücklag und deshalb länger in einem eigenen Behälter
verblieben ist (siehe das Baileysglas) trotz größtmöglicher Maßnahmen für die Hygiene. Denn auch dort wurde das Wasser 3mal täglich frisch gemacht,
das Glas regelmäßig von Hand gereinigt, damit keine Bakterienflächen entstehen.

Somit müssten jetzt 9 Jungtiere im Becken unterwegs sein.
Das Wachstum ist deutlich zu sehen, die Kleinen sind rein optisch schon gut als Panzerwelse zu erkennen.

06. März 2011: Zählen konnte ich nur 7 Jungtiere, es könnten aber durchaus noch mehr unterwegs sein. Diese haben sich sehr gut entwickelt,
die Marmorzeichnung ist ausgeprägt, der Glanz bereits wie bei den Eltern. Gefüttert wird jetzt nur noch 2 mal täglich, meist mit Dupla Rin S und
Cyclops. Wasserwechsel mache ich fast immer einmal täglich zwischen 3 und 5 L. Wenn ich die Tiere für konkurrenzfähig halte, setze ich sie
dann
später ins Elternbecken zum Corydorasschwarm.

23. April 2011: Die C. paleatus Jungtiere durften nun vergangene Woche zu den Elterntieren ins Becken umziehen. Im Vergleich zu diesen ist die
Marmorierung noch erheblich kontrastreicher bei den Jungtieren! Beim Füttern achte ich darauf, dass auch die Jungtiere genügend abbekommen,
immerhin schwimmen in dem Becken noch über ein Dutzend erwachsene Paleatus und ein Trupp C. sterbai.

Die letzten Wochen im Aufzuchtbecken verliefen bei 2-3 mal wöchentlichen Wasserwechseln und täglich zweimaliger Fütterung mit Dupla Rin,
Flockenfutter, Cyclops, Roten Mückenlarven, Enchyträen problemlos.

Z.T. scheint auf den Fotos die Sonne in das Becken, die Tiere scheinen das zu genießen.

Insgesamt hat die Aufzucht wirklich Spaß gemacht und ich werde sicherlich mal wieder Corydoras aufziehen, vielleicht auch noch andere Arten...